St. Jakobus

Maria Hilf

St. Josef

Kuratie St. Paul 1932 - 1939

„Wie San Paolo vor den Toren Roms, liegt St. Paul gleichsam vor den Toren Mannheims, zwischen Neckarau und Lanz, westlich der Bahnlinie Mannheim- Schwetzingen"   ( Pfarrkurat Carl Baur, 1932)

Als der erste Pfarrkurat Carl Baur, vorher Rektor des Lehrlingsheimes in Konstanz, im Jahre 1932 diese Zeilen schrieb, waren westlich der Neckarauer Straße außer den beiden Gemeindehäusern in der Karl-Blind –Straße 4 und 6 und  den Siedlungshäusern der Gartenstadt-Genossenschaft erst wenige Häuser gebaut worden. Vom Gemeindehaus St. Paul konnte der blick ungehindert zu den Auwäldern des Rheins und zu den Türmen von Neckarau Hinschweifen. Freilich war die Bebauung im Almengebiet längst geplant und man machte sich daran, den Altrhein des „ Giesen „ aufzufüllen und Straßen anzulegen. In den folgenden Jahren sollten sich dann Straßenzug um Straßenzug mit schmucken Eigenheimen füllen, bis der Kriegsausbruch im September 1939 dem friedlichen Aufbau ein Ende setzte.
Im Jahre 1932 empfängt ihn eine frohe, lebendige und aktive Gemeinde. In Anwesenheit des Neckarauer Stadtpfarrers Berberich und des Stiftungsrates von Neckarau stellt ihn Prälat Josef Bauer den Gläubigen vor. Nun legt der neue Kurat das Glaubensbekenntnis ab und hält das Hochamt.
Mit Carl Baur bekam die Gemeinde einen vielseitig gebildeten, künstlerisch und schriftstellerisch begabten Seelsorger, dessen predigten und Veröffentlichungen über die Grenzen der Gemeinde hinaus Beachtung fanden. Beim Fronleichnamsfest, am 26.Mai 1932, nimmt die Gemeinde St. Paul erstmals als geschlossene Formation an der großen Prozession in Neckarau teil. Die Prozession wurde auch an den folgenden Jahren bis Kriegsbeginn in der gleichen Weise begangen außer in den Jahren 1937 und 1938, die damaligen Machthaber hatten sie untersagt.
Seit 1932 hat die Gemeinde nun auch einen eigenen Stiftungsrat. Ihm gehören an die Herren Albert Albiez, Wilhelm Becker,Theodor Fritz, Emil Hummel, Karl Maier und Carl Seubert.
Am 17. Oktober 1932 besucht Erzbischof Dr. Conrad Gröber die neu gegründete Kuratie. Zwischen November 1934 und Januar 1939 gestalten Pfarrkurat Carl Baur und der Kirchenchor von St. Paul unter Leitung von Franz Berger sieben katholische Morgenfeiern des Reichssenders Stuttgart. Diese Rundfungansprachen unseres Pfarrkuraten wurden bei vielen Zuhörern dankbar aufgenommen. Am 10 März 1935 wird er Kirchenbauverein St. Paul gegründet. In seinem Bericht von der Kirchenvisitation vom 06.02.1936, hebt Prälat Bauer die Opferwilligkeit der gläubigen von St. Paul besonders hervor. Am 13. Januar 1938 ergeht der Antrag des Stiftungsrates zum Kirchenbau an die Gesamtkirchengemeinde. Vier Tage später kommt Prälat Josef Bauer auf den Almenhof, um sich die gedachte Bebauung an ort und Stelle erläutern zu lassen. Im Jahre 1939 soll ein Architektenwettbewerb für die neue Kirche erfolgen. Da setzt der Kriegsausbruch den Bemühungen ein jähes Ende.

> zurück zur Chronik...